Eine Flasche Wein ist Ehrensache?

Jo, Bro! Ehrensache, eine Flasche Badener oder Württemberger auf dem Tisch zu haben. So der BW-Landwirtschaftsminister. Wenn's sein muss ... übrigens: Schduagrder Bubatz ist auch ne Ehrensache.

Minister Hauck

Da sind sie wieder, die rauschgiftverherrlichenden Aussagen süddeutscher Berufspolitiker. Diesmal der oberste lobbyierte Bauernbeamte Peter Hauck (CDU), der die Krise im Weinbau kurzerhand zu einer Konsumkrise erklärt. Die Deutschen saufen einfach zu wenig, und dann auch noch Zeug, das von fremden Rauschgiftplantagen - fern der Heimat -  stammt. Das geht ja wohl gar nicht. In einem Zeitungsartikel [*] äußert er sich despektierlich.

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"Wir trinken keinen Alkohol, sondern ein Genussmittel", so der 65-Jährige. Es gehe um den Genuss und nicht um das "Wegbeamen wie bei Junkies", so Hauk. Er sieht einen Nachholbedarf bei Bildung und Erziehung, was das Thema Genuss angehe.
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Mehr Verachtung geht wohl kaum noch, oder? Er verklärt ein Zell- und Nervengift einfach mal so zum Genussmittel. Okay, das Zeug tötet im Jahr mehr als 70.000 Genießer und kostet die Volkswirtschaft etwa 57 Milliarden Euro jährlich, aber das hält den Herrn Minister nicht davon  ab, Alkohol zu glorifizieren. Und alle anderen sind einfach nur "Junkies", mit "Wegbeam"-Attitüde. Ja, so kann man sich die Welt einfach erklären, ist halt nur nicht wahr, diskriminierend und unglaublich neben der Spur für jemanden, der ein Ministeramt bekleidet.

Was für einen "Nachholbedarf ... was das Thema Genuss" angeht, sieht der Mann? Reicht es nicht, dass vielerorts begleitetes Trinken in der Öffentlichkeit für 14-jährige Jugendliche angeboten wird? Was kommt als nächstes? Weinprobe in der Schule (mit badischem Wein, versteht sich!)? Weinkönigin in der Kita? Pflichtsaufen auf nem Kindergeburtstag?

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Letztlich gehe es dabei nicht nur um den Wein selbst. Wer Regionalität missachte, schaufle sich sein eigenes Grab. Hauk betont, dass das für alle landwirtschaftlichen Produkte gelte. "Wollen wir Kulturlandschaft erhalten", so Hauk ...
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Sehr gut! Etwas Kultur muss sein (frei nach Lindemann). Vielleicht steckt dem Herrn Minister mal jemand, dass der Weinbau in klösterlichen Gelassen keine zwei Millenien auf dem Buckel hat, aber die Hanfkultur in Europa bereits seit 5.000 Jahren kein Geheimnis mehr ist? In diesem Sinne könnte der gute Minister doch vielleicht auch mal diese altehrwürdige, kulturelle Tradition des Hanfanbaus würdigen, oder? Aber wen interessieren schon Fakten, wenn es um die eigene Lobbygruppe geht?

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"Wir müssen sukzessive deregulieren", stimmt ihm Hauk zu. "Gutachteritis" müsse ein Ende haben und Verwaltung nicht nur Rechtssicherheit, sondern auch die Geschwindigkeit der Entscheidungen im Blick haben. 
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Sehr gut! Genau. Wir müssen diese tollen Cannabisanbauvereine deregulieren und diese themenfremden Begutachtungen und Verfahrensverschleppungen in den Behörden beenden, um endlich den Vereinen Rechtssicherheit zu gewähren. Oh, wait ... what? Es geht nicht um Kiffgras, sondern um Saufplörre? Oh ...

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Eine Lösung für die Landwirtschaft im Hochlohnland sieht er nur in der Mechanisierung der Arbeit, dem vermehrten Einsatz von Robotern.
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Ja, genau. Und die kommen dann in Flugtaxis, die mit E-Fuels oder Wasserstoff betrieben werden ... Mal ehrlich jetzt: wie weltfremd und lobbyblind kann man eigentlich sein, ohne unangenehm aufzufallen? Hauck so: "Hold my Weinschorle!" Na ja, CDU halt.

Es sei abschließend an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich erwähnt, dass sämtliche ablehnenden Bescheide der BLE zum Thema Modellprojekte im Bereich Cannabisforschung vom Referat 512 (Absatzförderung:Wein) stammen.

Na dann: Prost!
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[*] Originalartikel: https://www.badische-zeitung.de/landwirtschaftsminister-peter-hauk-will-konsum-von-heimischem-wein-deutlich-steigern
Im Archiv unter: https://archive.ph/uLvRz, gesehen am 06.02.2026, 18:00h