Klingt erstmal komisch. Gras ist doch keine Marmelade. Stimmt natürlich, aber tatsächlich ist das thermische Sterilisieren eine gute Methode, um Cannabis länger haltbar zu machen.

Dass man Cannabis erhitzen kann, ohne größere Wirkstoffverluste zu erleiden, ist landläufig bekannt. Zum Problem bei längerfristiger Lagerung können z.B. Mikroorganismen und/oder Pilzsporen werden. Irgendwann macht man einen Beutel auf und es kommt nur Staub raus. Unschön.
Eine Möglichkeit ist das kurzzeitige Erhitzen in einem geschlossenen Behälter, der dann auch ein Vakuum ausbildet. Schritt für Schritt geht das so:
Das Gras soll eingermaßen trocken sein (max. 15% Feuchtegehalt) und nicht mehr nach "Heu" riechen. Nach der Trocknung geht das Cannabis in regelmäßig belüftete Behälter für das "Curing". In dieser Phase stabilisieren sich die Terpene. Klar, macht man immer so.
Schraubdeckel- oder Weckgläser werden gründlich ausgewaschen und dann kurz mit hochprozentigem Alkohol ausgebrannt, um Bakterien und Sporen abzutöten. Danach heizt du den Backofen auf ca. 100 °C vor (100-125). Nutze Umluft, wenn vorhanden.
Die fertigen Buds werden nun in die Gläser gefüllt (natürlich nur die gesetzlich erlaubte Besitzmenge!), die Gläser verschlossen und in den Backofen gestellt. Dort bleiben sie ca. 30 Minuten. Der gesamte Inhalt nimmt die Temperatur an und die Mikroorganismen sowie Sporen werden abgetötet. Dann den Backopfen ausschalten und die Gläser darin abkühlen lassen. Es bildet sich ein Vakuum, das merkst du daran, dass die Deckel von Schraubdeckelgläsern sich leicht nach innen wölben und später beim Öffnen knacken.
Die so sterilisierten Gläser lagerst du trocken und kühl an einem dunklen Ort. So hält sich der Inhalt über lange Zeit und das THC wird nur sehr, sehr langsam abgebaut, da es nicht oxidiert.
Durch diese Wärmebehandlung wird das Gras decarboxyliert, also das THCA wird in THC umgewandelt, das ermöglicht es, auch bei oraler Einnahme (z.B. als Arznei) den vollen Rauschgenuss zu erleben.
