Die Streeckmatisierung der Cannabisnutzer

Im Netz wird derzeit ein Interview der FAZ mit dem "Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen" Professor Doktor Hendrik Streeck herumgereicht, das für sich gesehen schon einen "Goldenen Anslinger" verdient hätte. Titel: "Wir haben Dealer in weißen Kitteln geschaffen" - die Reprohibition klopft sachte ans erste Türchen ...

Eigentlich ist Herr Streeck ein hochgebildeter Mensch, Akademiker mit Lehrerfahrung, Virologe usw. - aber was er in dem Interview sagt, lässt erhebliche Zweifel an der erforderlichen Unvoreingenommenheit erkennen. Nicht alles, was er sagt, ist zu beanstanden, doch gibt es einige Passagen, die man nicht unkommentiert lassen kann. Auf einige seiner Aussagen wird hier deshalb eingegangen. Die zitierten Texte stammen aus dem Artikel [*] vom 20.10.2025 und werden hier als sinnstiftende, erforderliche Textzitate verwendet.

Streeckmittel
KI-generiertes Meme zu Hendrik Streeck

[Zitat]
FAZ:  Der Duden definiert Drogen so: „pflanzliche, tierische oder mineralische Rohstoffe für Heilmittel, Stimulanzien oder Gewürze“.
Streeck: Semantisch haben Sie recht, auch Baldrian und Koffein sind Drogen. Man sieht das an dem Wort Drogerie, die nichts mit meiner Arbeit zu tun hat. Eigentlich müsste es Rauschgift heißen.
[/Zitat]

Die ersten beiden Sätze kann man wohl so stehen lassen, aber da es sich im Artikel hauptsächlich um Cannabis dreht, ist der dritte Satz nicht unglücklich gewählt, sondern er soll dem eher unbedarften, konservativen Wähler/Leser suggerieren, dass es in dem Artikel um etwas sehr Gefährliches geht. Daran knüpft sofort die nächste Frage an und schließt die Assoziationskette.

[Zitat]
FAZ: Wie wird Medizinalcannabis eingeordnet?
Streeck: Seit dem Gesetz der Ampel von 2024 unterliegt Medizinalcannabis nicht mehr dem Betäubungsmittelgesetz, sondern wird wie ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel behandelt.
[/Zitat]

Nachdem der Zusammenhang Rauschgift-Gefahr-Betäubungsmittel hergestellt wurde, wird dem Kind ein Name gegeben:

Cannabis

Der mehr oder weniger aufmerksame Leser denkt: "Ha! Hab ich's doch gewusst!" - Der Boulevardgazettenleser und passionierte Telegram-Aktivist versteht, dass natürlich auch Arzneimittel gefährlich sind, und die nimmt man nicht zum Spaß, auch wenn sie "nicht betäuben". Die völlig an den Haaren herbeigezogene Unterscheidung von "Medizinalcannabis" und "Freizeitcannabis" wird erst einmal vertieft, um den smarten, leisen Angriff auf die Wahlfreiheit und die allgemeine Handlungsfreiheit gem. Art. 2 GG zu forcieren, was im nächsten Satz auch sofort geschieht.

[Zitat]
Streeck: Das Problem ist aber, dass wir seit der Liberalisierung im Bereich des Medizinalcannabis erheblichen Missbrauch beobachten. Der Import ist um 430 Prozent gestiegen. Es gibt aber in Deutschland gar nicht so viele relevante Erkrankungen, die all diese Tonnen an Medizinalcannabis rechtfertigen würden.
[/Zitat]

Was steht da? Der Import von Cannabis, das als Arznei ausgegeben wird, ist gestiegen. Streeck fabuliert daraus einen "Missbrauch". Was ist Missbrauch? Dass viele Menschen sich entschieden haben, statt nebenwirkungsreicher, z.T. schädigender Medikamente nun eine Arznei zu wählen, die

  • rein natürlich und rein pflanzlich ist?
  • nebenwirkungsarm und nicht toxisch ist? [**]
  • kaum bekannte Wechselwirkungen mit anderen Arzneien hat?
  • von den Patienten überwiegend selbst gezahlt wird und die GKV entlastet?
  • der Patient bei Bedarf und Interesse sogar im eigenen Garten anbauen kann, wie Minze?

Das nennt der Mann "Missbrauch"? Man könnte geneigt sein, seine Handlungen als Missbrauch seines Mandats und Schädigung des öffentlichen Amtes, das er bekleidet, zu betrachten.

Ach so, die Krankheitsliste (auszugsweise) ... 

  • Allergische Diathese, Angststörung, Appetitlosigkeit, Abmagerung, Armplexusparese, Arthrose, Asthma, ADHS, Autismus, Barrett-Ösophagus, Blasenkrämpfe, Blepharospasmus, Borderline-Syndrom, Borreliose, Chronische Polyarthritis, CFS, CWS, Chronisches Schmerzsyndrom, Cluster-Kopfschmerzen, Colitis ulcerosa, COPD, Depressionen, Epilepsie, FBS-Syndrom, Fibromyalgie, Glaukom,  HIV, HWS- / LWS-Syndrom, Hyperhidrosis, Kopfschmerz, Krebs, Lumbalgie, Lupus erythematodes, Migräne, Mitochondropathie, Morbus Bechterew, Morbus Crohn, Morbus Scheuermann, Morbus Still, Morbus Sudeck, Multiple Sklerose, Neurodermitis, Parkinson, PNKD, Polytrauma, PTBS, Psoriasis, Psychiatrische Erkrankungen, Reizdarm, Rheuma, Sarkoidose, Schlafstörungen, Syringomyelie-Spastik, Sklerodermie, Tetraspastik bei Cerebralparese, Thalamussyndrom nach Apoplex, Thrombangitis obliterans, Tics, Tourette-Syndrom, Trichotillomanie, Zervikobrachialgie, Zustand nach SHT, Zwangsstörung

Es mag sein, dass der Mediziner Streeck einige dieser Krankheiten für nicht relevant hält, aber das ist dann halt seine persönliche Sicht, Patienten sehen das eventuell nicht so. Was Herr Streeck nicht zu verstehen scheint, ist, dass viele - sehr viele - Patienten gar kein "Medizinalcannabis" verschrieben haben müssten, sondern Cannabis am liebsten einfach bei Bedarf im Fachgeschäft erwerben würden, wie Kamille oder Baldrian (gibt es sogar in vielen Supermärkten).

[Zitat]
Streeck: Cannabis wird aber mittlerweile als Medikament für alles Mögliche angepriesen, wofür es gar keine Evidenz gibt. Und vor allem: Es ist viel zu einfach zu bekommen.
[/Zitat]

Da nähert sich der im Feuer der Coronapandemie gestählte PR-Mediziner dem Nexus seiner Botschaft. 'Es ist viel zu einfach zu bekommen.' Das Evidenzgeschwafel lassen wir mal außen vor, das ist im Augenblick eh nur so ein Modewort, das für Politiker keinen Sinn ergibt. 'Viel zu einfach zu bekommen'? Was denkt dieser Mensch eigentlich? Denkt er überhaupt? Oder repetiert er nur Unionsfloskeln wie aufgetragen? Patienten, die auf natürliche Arzneien angewiesen sind, müssen von Pontius zu Pilatus pilgern, um ihren Behandlungsbedarf zu artikulieren. Ärzte in Deutschland schulterzuckend: "Sowas verschreiben wir nicht!" Was bleibt, ist der Telemedizinsektor, der Eigenanbau (was z.B. im Fall meiner krebskranken Mutter nicht funktioniert) oder der Gang zum Dealer. Das trauen sich natürlich viele Patienten - zurecht - nicht, sondern nutzen vermehrt das Telemedizinangebot.

[Zitat]
Streeck: Alles läuft zwar unter der Bezeichnung „medizinische Verordnung“. Tatsächlich aber geht es häufig um ganz normalen Drogenkonsum.
[/Zitat]

Das ist den Patienten gegenüber eine ungerechte, empathielose Frechheit, die Herr Streeck auch mit irgendwelchen Statistiken aus den o.g. Gründen nicht zu untermauern vermag. Patienten sind Patienten. Normal. Sie wollen Wohlbefinden, Gesundheit, Heilung, Medizin. Das gilt für Cannabispatienten ebenso, wie für Opioidpatienten. Das rundweg zurückzuweisen und die Behandlung als 'normaler Drogenkonsum' abzutun, ist ein Schlag ins Gesicht der Erkrankten. Seltsam, so etwas Herabwürdigendes von einem Mediziner zu lesen. Ob Herr Streeck den Eid des Hippokrates kennt? Hier eine Zeile aus dem Text:

"Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil;
ich werde sie bewahren vor Schaden und willkürlichem Unrecht." 

[Zitat]
Streeck: Aber wir müssen das Gesetz dringend auf Schlupflöcher abklopfen und Hinweise auf Umgehungsmöglichkeiten ernst nehmen. Das werden wir im parlamentarischen Verfahren tun. 
[/Zitat]

Da haben wir dann die Absichtserklärung. Es wird einfach wieder verboten! Klar, das verstieße gegen EU-Recht. Aber was interessiert das schon die regierenden Politiker? Was bei Sozialgesetzen geht, funktioniert auch in der Medizin. Sollen die Leute doch klagen. Spoiler: Sie WERDEN klagen.

[Zitat]
Streeck: Übrigens kann man sich auch fragen, ob Medizinalcannabis überhaupt geraucht werden muss. Denkbar wäre, die Verabreichung auf Kapseln oder Tropfen zu beschränken.
[/Zitat]

Hier kommt eine Sache ins Spiel, die man im Prozess der Entscheidungsfindung wohl etwas genauer betrachten sollte. Da ist nämlich ein Herr Clemens Fischer (Futrue-Konzern) im Spiel, der gut und gern Parteispenden verteilt. Er entwickelt gerade mit großem PR-Aufwand ein auf Cannabinoiden basierendes Medikament gegen Schmerzen, zum Beispiel als Kapseln oder Tropfen, das kurz vor der Zulassung steht. Klingelt da was, Herr Streeck? Hat man sich vielleicht mal beim Spahn-Dinner getroffen? Man weiß ja nie.

[Zitat]
Streeck: Ich halte das Gesetz für nicht gut durchdacht, es muss nachgebessert werden. Es übersieht zum Beispiel, dass Jugendliche unter 25 Jahren durch den Konsum von Cannabis langfristige psychische Probleme entwickeln können.
[/Zitat]

Und wieder wird die Psychosesau durchs Mediendorf getrieben. Wo ist da die Evidenz, die Herr Streeck so gern bemüht? Bei MISSBRÄUCHLICHEM Konsum kann es zu psychischen Problemen führen, nicht bei Konsum an sich (wie bei Zucker, Internet, Bier...). Hier wird wieder relativiert, um eine Drohkulisse aufzubauen. Reefer Madness - Vibes vom Feinsten.

"Wir müssen Cannabis verbieten, weil sonst dein Sohn / deine Tochter verblödet."

A propos Bier! Jetzt aber mal Tacheles, Herr Streeck!

[Zitat]
FAZ: Bier und Wein sind schon mit 16 legal.
Streeck: Der Vergleich hinkt, mal salopp gesagt. Alkohol ist ebenfalls ein Zellgift, aber die Indikation von psychischen bis hin zu schizophrenen Krankheiten, die nach dem Cannabisgebrauch das Leben von Jugendlichen dauerhaft verändern, haben wir bei Alkohol nicht. Apropos Drogen vergleichen: Es ist doch merkwürdig, dass wir Rauchen und Alkohol eindämmen wollen, zugleich aber den Cannabiskonsum erleichtern und sagen, wir schauen mal ein paar Jahre lang, was passiert. Eigentlich möchte unsere Gesellschaft gesünder ­leben, dazu passt Cannabis nicht.
[/Zitat]

Nun läuft der Virologe aber zur Höchstform auf. Was? 'Alkohol ist EBENFALLS ein Zellgift' - bedeutet im Umkehrschluss, das vorher und nachher erwähnte Cannabis ist nun AUCH ein Zellgift? Kann das jemand mit medizinischer Berufsausbildung (Toxikologen präferiert) erläutern? Was macht dieser Beauftragte eigentlich beruflich? Und ... wie bitte? 

'psychische bis hin zu schizophrenen Krankheiten haben wir bei Alkohol nicht'?

Was stimmt mit dem Mann nicht? Er tut seinem Berufsstand da aber gerade keinen besonders großen Gefallen. Und sein Whataboutism ist da ziemlich fehl am Platze. Aber ja, unsere Gesellschaft möchte gesünder leben. Genau aus diesem Grund möchten Millionen Menschen lieber qualitativ hochwertiges Cannabis auf gesunde Weise und als Arznei konsumieren (als Edibles oder verdampft), statt mit Schadstoffen und Schwermetallen belastete Zigaretten oder giftigen Ethanolalkohol zu goutieren.

Können Sie das verstehen, Herr Streeck?
Wollen Sie das verstehen, Herr Streeck?

[Zitat]
FAZ: Ist es ein Erfolg der Liberalisierung, dass weniger Jugendliche in Suchthilfe sind?
Streeck: Ein zweifelhafter Erfolg. Es ist wohl eher so, dass weniger Jugendliche vom Ordnungsamt oder von der Polizei aufgegriffen werden, weil Kiffen keine Straftat mehr ist. Sie kommen also nicht mehr automatisch zur Suchthilfe. Die Frühintervention fehlt, der Kontakt für Hilfsangebote und Prävention. Das ist keine gute Entwicklung.
[/Zitat]

'Ordnungsamt' ??? 'Kiffen keine Straftat mehr'? Hat der Mann das KCanG mal gelesen? Und ging es nicht eben noch um das MedCanG? Wieso werden 'weniger Jugendliche aufgegriffen'? Dürfen die neuerdings 'Kiffen'? Seit wann?

Persönliche Anmerkung des Autors: Herr Streeck, ich arbeite seit über 30 Jahren in der Präventions- und Akutberatung (ohne 'Zuführung von Ordnungsamt oder Polizei'). Aber solchen Blödsinn an Plattitüden habe ich vorher noch nie gehört, außer vielleicht von Frau Warken. Übrigens wurden unserem gemeinnützigen Beratungsverein von der Landesregierung in SH sämtliche Fördergelder gestrichen, wir steuern nun auf die Insolvenz zu, Arbeits- und Immobilienverträge sind gekündigt. Aber ich verspreche ihnen: Wir werden nicht aufhören, Menschenleben zu retten, egal, wie abwertend Sie unsere Arbeit hier diffamieren.

[Zitat]
Streeck: Die Polizei sagt, wir hätten es den Dealern dadurch leichter gemacht. Die brauchen das Zeug jetzt nicht mehr zu verstecken, sondern tragen es als Eigenbedarf bei sich. Das ist viel zu viel. Ähnliches gilt für die drei Pflanzen, die man zu Hause haben darf, mit jeder lassen sich bis zu 350 Gramm ernten. 
[/Zitat]

Mit jedem Satz wird dieser Artikel schlimmer. 'Die Polizei sagt ...' sowas vielleicht in Streecks Kopf, oder wenn er mit Herrn Wendt redet, aber die Realität sieht anders aus. Polizisten müssen nicht mehr jedem Konsumenten hinterherrennen. Das mag für viele frustrierend sein, weil die Aufklärungsquote für konsumnahe Delikte rapide zusammensschmilzt. Ein Dealer ist jemand, der ohne Erlaubnis Substanzen verkauft, nicht jemand, der Cannabis bei sich trägt. Dealer? Quod erat demonstrandum. Auf das krude Rechenbeispiel geht man hier besser nicht mehr ein, es ist einfach zu cringe.

[Zitat]
Streeck: Es gibt keinen idealen Umgang mit Drogen, aber man muss eine gesellschaftliche Befriedung hinbekommen. Dazu dient das ausufernde Cannabisrauchen im öffentlichen Raum nicht gerade, es regt viele Leute zu Recht auf. 
[/Zitat]

Das 'ausufernde Cannabisrauchen im öffentlichen Raum' - ist das jetzt gerade in dem Raum, in dem Sie sich aufhalten? Aber mit solchen Floskeln kann man natürlich 'viele Leute zu Recht aufregen' - was Sie ja hier auch gern tun. Der Beauftragte lässt hier alle Masken fallen und outet sich als reprohibitionistischer Phrasendrescher, der unreflektiert nachplappert, was die Politfunktionäre als Parole ausgeben. Von Objektivität keine Spur. Reine, unverhohlene Hetze gegen Menschen, die das tun, was ihnen von Rechts wegen zusteht. Was wird eigentlich gegen den ausufernden Drogenkonsum bayerischer Kommunalpolitiker im öffentlichen Raum unternommen? [***]

[Zitat]
Streeck: ... ich bin mir ziemlich sicher, dass die CDU das bestehende Cannabisgesetz noch einmal aufschnüren wird.
[/Zitat]

Und dahin führt der Weg schlussendlich, nicht wahr? Das KCanG doch noch zu beerdigen, ja? Der Beauftragte wird erleben, dass dies nicht ganz so einfach wird, wie er sich das vorstellt. Und wer weiß, wie lange die CDU noch regiert, was? Falls es noch nicht bekannt ist im BDB-Büro: Menschen konsumieren Cannabis seit Tausenden von Jahren als Arznei und zu Rauschzwecken. Verbote haben sie noch nie davon abgehalten.

100 years of War on Drugs - Drugs still winning! 

Adenauer
Im Bild aus dem zitierten Artikel sehen wir hier Herrn Streeck zum Interview eilen, an der Wand das Portrait eines berühmten Crystal-Meth-Nutzers

Betrachtung

Wohldotierte Posten wie der von Streeck haben (wie die von Linnemann und Ploß) im Grunde keine wirkliche Funktion, außer der, als Sprechgesichter der Regierung (in der neben CDU/CSU auch die SPD sitzt!) zu fungieren und die Öffentlichkeit glauben zu machen, es interessiere die Regenten irgendwie das Wohl des Wahl-Volkes. Dies darf man wohl getrost in Zweifel ziehen. Für den Bundestagsneuling Herrn Streeck ist dieser Grüßaugustposten im Grunde wohl das Karrieresprungbrett, dass ihn beim zu erwartenden Kompetenzversagen der amtieren Gesundheitsministerin für deren Nachfolge qualifizieren soll. Macht sich ja auch gut in der Vita, wenn man dann später in der Anschlussverwendung z.B. bei dem Herrn Fischer in die Pharmaindustrie einsteigt.

Es fällt extrem auf, dass Streeck zwar über Fachwissen verfügt, dieses jedoch mehr oder weniger geschickt hinter Prohibitionsfloskeln versteckt. Warum tut er das?

  • Ist er nicht in der Lage, die Situation korrekt einzuschätzen?
  • Ist er nicht willens, die Situation wirklichkeitsnah zu schildern?
  • Ist er gar verpflichtet, der Regierung widerstandslos nach dem Programm zu reden?

Für Letzteres spricht seine Amtsbezeichnung, was das Gewicht seiner Aussagen derart relativiert, dass Anubis ihn wohl bei der Wägung derselben problemlos passieren lassen würde. Man muss sich davon verabschieden, dass diese Person vorhat, den Menschen zu helfen. Der Mann hilft denen, die ihn bezahlen.


[*] Original (Paywall) [https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/hendrik-streeck-ueber-cannabis-wir-haben-dealer-in-weissen-kitteln-geschaffen-110740558.html] und Transskription [https://archive.ph/hOc6i] ; gesehen am 21.10.2025, 19:00h
[**] anders als z.B. Ibuprofen, siehe hier (gesehen am 21.10.2025, 19:30h https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RV_STP/g-l/ibuprofen.html
[***] https://www.br.de/nachrichten/bayern/mit-kokain-erwischt-csu-haelt-an-buergermeister-fest,V0Bk73G, gesehen am 21.10.2025, 20:30h



Angst vor der Rekriminalisierung
Ergebnis einer Online-Umfrage zu den Ängsten von Patienten [Link: Bildquelle, PDF]

Hier noch eine sehr deutliche Stellungnahme in Form eines Kommentars der Patientenvereinigung MedCanOneStop, erschienen bei X am 21.10.2025, gesehen am 22.10.2025, 17:00h:

Streeck sagt, er will die 5 Millionen vom Schwarzmarkt wegholen, aber gleichzeitig fordert er alles, was genau das Gegenteil bewirkt. Das wirkt wie ein Widerspruch. Wie ein logischer Kurzschluss. 
Doch was wir hier sehen, ist kein konfuser Politiker. Was wir hier sehen, ist eine eiskalte, perfekt orchestrierte PR-Kampagne, die kognitive Dissonanz als Waffe einsetzt. Das ist eine regelrechte Partitur, geschrieben von den Meistern der medialen Inszenierung, um ein ganz bestimmtes Ziel zu erreichen: den kontrollierten Rückbau der Legalisierung unter dem Deckmantel der Vernunft. 
Stellt euch vor, ihr wollt eine Brücke abreißen. Ihr könnt nicht einfach sagen: "Ich reiße sie ab." Ihr sagt: "Wir müssen die Brücke sicherer machen!" 
Ihr führt Mautgebühren ein, Tempolimits von 5 km/h, Passierscheine, die man persönlich beantragen muss, und Sicherheitskontrollen an beiden Enden. 
Ihr macht die Nutzung der Brücke so unerträglich, dass die Leute wieder anfangen, durch den reißenden Fluss zu schwimmen. 
Und nach einem Jahr stellt ihr euch hin und sagt: "Seht ihr? Die Brücke hat versagt. Niemand will sie. Wir müssen sie jetzt abreißen." 
Das, genau das, ist das Streeck-Playbook 2025. 
Der Versuch sich unserer Sprache anzueignen, um uns zu entwaffnen. "Wir müssen die Leute vom Schwarzmarkt wegholen" ist seine Schutzweste, sein Alibi, das er bei jeder Kritik hochhalten wird. Es ist die rhetorische Nebelkerze, die von der eigentlichen Agenda ablenken soll.
Und die Agenda ist Zerstörung durch Bürokratie.
Er erklärt das Teilen unter Freunden zum "Schwarzmarkt", um die Statistik künstlich aufzublähen und normale Bürger zu kriminalisieren. Er greift nicht die organisierte Kriminalität an, er greift Freundschaften an.
Er fordert "hohe Standards" für Medizinalcannabis, meint damit aber nicht Qualität, sondern Hürden. Hürden wie den erzwungenen persönlichen Kontakt, von denen unsere Daten mit 9.583 Stimmen beweisen, dass sie für viele Patienten der Grund sind, warum sie überhaupt erst im digitalen System Hilfe suchen. Er verkauft Patienten-Ausschluss als Patientenschutz.
Er vermischt bewusst Freizeitkonsum und medizinische Notwendigkeit zu einem einzigen, großen "Drogenproblem", um mit der Angst vor dem einen die Rechte des anderen auszuhebeln.
Und das alles ist kein Zufall. Wir wissen doch jetzt, wer die Fäden zieht. Die perfekte Taktung von FAZ, BILD und Tagesspiegel. Das aggressive, populistische Framing. Das ist die Handschrift von StoryMachine, von Kai Diekmann. Das ist dasselbe Playbook, mit dem schon bei der Heinsberg-Studie eine PR-Kampagne der Wissenschaft vorausging. Es ging nie um Fakten. Es ging immer um die Story.
Die Story hier ist: Die Legalisierung muss scheitern. Und Streeck ist der Hauptdarsteller in diesem inszenierten Drama. Er schafft die Probleme, die er vorgibt, bekämpfen zu wollen. Er warnt vor dem Feuer, während er Benzin darauf schüttet.
Unsere Antwort kann deshalb nicht sein, uns in seinen Schein-Debatten zu verlieren. Unsere Antwort muss sein, die gesamte Falle für alle sichtbar zu machen.
Wenn Hendrik Streeck sagt, er will den Schwarzmarkt austrocknen, dann müssen wir ihm laut und deutlich antworten: Ja, das wollen wir auch. Aber man löscht kein Feuer, indem man die Hydranten abdreht. Man schafft keine legalen Wege, indem man sie unpassierbar macht. Man schützt keine Patienten, indem man sie zurück zu echten Dealern ohne weiße Kittel treibt.
Er baut Hürden. Wir bauen Systeme.
Er sät Misstrauen. Wir schaffen Sicherheit.
Er erzählt eine Story. Wir leben die Realität.
Das ist der Unterschied. Und den muss jeder verstehen.
Hören Sie auf, die Brücke anzuzünden, und fangen Sie an, sie zu stabilisieren. Oder treten Sie zur Seite. Wir bauen sie auch ohne Sie.