Ein zu Unrecht verteufeltes Heil- und Rauschmittel, das seit Jahrtausenden von vielen Kulturen genutzt wird und neuerdings wieder in der Psychotherapie Verwendung findet.
Psilocybin (C12H17N2O4P) und Psilocin (C12H16N2O) - (Konzentration: ca. 0,01-0,2% bei Frischpilzen im Verhältnis 6:1); Baeocystin (C11H15N2O4P) - (Konzentration: ca. 0,35% bei Frischpilzen)
Wirkung
Zunächst Kribbeln und Jucken am Körper, Orientierungseinengung. Innerhalb der ersten Wirkstunde dann LSD-ähnliche Wahrnehmungsverschiebungen, Halluzinationen, Euphorie, ein Gefühl kosmischer Verbundenheit und spirituellen Verständnisses - dies ist jedoch sehr stark abhängig vom Setting und der persönlichen Konstitution des Nutzers.
Wirkungsweise
Psilocybin, Psilocin und Baeocystin sind nicht toxisch, regen aber Stoffwechsel und Kreislauf an. Die sensorischen Wahrnehmungen werden verstärkt. In Verbindung mit Antidepressiva (MAO-Hemmer) kommt es zu Wechselwirkungen mit Wirkdauerverlängerung. Die Wirkungsweise ähnelt dabei LSD und Serotonin.
Konsumform
Hauptsächlich oral frisch oder getrocknet, aber auch als Rauchware (eher selten). Psilocybin und Psilocin werden im Rahmen der Behandlung von Psychosen, Depression, Alkoholsucht und sogar bei Anorexia nervosa eingesetzt.
Symptome
Rastlosigkeit, plötzliche Umstimmung, Euphorie, Lachdrang, assoziative Lockerung, Veränderung von Raum-Zeit-Koordination. Stark erweiterte Pupillen, Schüttelfrost, Speichel- und Tränenfluss, Magenschmerzen, häufiges Seufzen.
Gefahren
Reizüberflutung, Entwicklung einer Modellpsychose (indizierte Psychose), Derealisation, Depersonalisation, Selbstentfremdung. Tatsächlich gelten Psilocybinpilze als die am wenigsten schädliche Droge mit sehr geringen Potenzial für psychische oder physische Abhängigkeit. Durch latent vorhandene Psychosen können unerwünschte Angstzustände auftreten (bad trip).
Gegenmittel
Direkte Gegenmittel sind nicht bekannt, allenfalls dämpfende Sedativa zur Entstörung einer Wahrnehmungsverschiebung (Arzt hinzuziehen).