Alle sagen, Cannabis ist legal, doch du kannst es nirgendwo kaufen?!? Den Spruch kennt jeder, der regelmäßig die DHV News bei YT schaut. Aber stimmt das denn so? Nicht unbedingt ...
Im Grunde ist es ja so: Eine Sache ist gesellschaftlich geächtet oder illegal, bis die Konzerne begreifen, wie viel Kohle man damit machen kann. So geschieht es gerade mit Cannabis. Der Markt für sogenanntes "medizinisches Cannabis" boomt. Im vergangenen Jahr wurden gut zweihundert Tonnen Cannabis nach Deutschland importiert (zusätzlich zum gewerblichen Indooranbau z.B. in Sachsen). Diese mehr als zweihundert Tonnen lieferte schonmal nicht der Schwarzmarkt der organisierten Kriminalität. Eine gute Sache.
Der CDU ist das zuwider, sie möchte lieber die Konsumierenden wieder kriminalisieren und mit Taschenlämpchen in Körperöffnungen leuchten, um unsinnige Strafverfahren zu produzieren. Grundsätzlich säuft man in der Union ja auch lieber. Deswegen gibt es im CDU-Merch-Shop auch kein Cannabis, sondern das beliebte, aber lebensgefährliche Rauschgift Ethanol in dekorativen Flaschen kistenweise zu kaufen. Prost!

Bei den großen Lebensmittelkonzernen sieht das anders aus. Da zählt keine Ideologie, sondern allein der Profit. Und nachdem die Statistik nun zu Tage förderte, dass es im letzten Jahr ungefähr 7.000.000 (sieben Millionen!) Saatgubestellungen im Netz gab, entschloss sich die EDEKA GROUP, in einigen ihrer NETTO Läden Cannabissamen anzubieten. Da gibt es keine moralischen Bedenken und kein "Aber die Kindäääär!", denn "Money counts". Scheiß auf Moral, wenn die Kasse klingelt!
Also, liebe Eigenanbauer, ab morgen, 09.03.2026 gibt es in 255 Netto-Filialen im nordöstlichen Bundesgebiet Saatgut der Marke "gutmut", hier eine Montage vom aktuellen NETTO-Angebotsprospekt (mit AI-Elementen).

Dabei handelt es sich wohl um ein white brand für Bulkseeds, gutmut gehört der Fa. NVM GmbH eines Herrn Ronny Sievers aus 06484 Quedlinburg. Die Firma hat sich natürlich auch gleich medienwirksam in einigen Branchenverbänden organisiert, damit das Ganze seriös wirkt. Ronny selbst betreibt als Einzelkaufmann unter derselben Adresse wie die NVM GmbH einen Shop für "Naturelixiere" names "Neuropathys".
Einer findet das mit den Supermärkten "nicht gut", nämlich der sogenannte "Drogenbeauftragte" Hendrik Streeck (CDU). In den Medien geistern seine verbalen Ergüsse herum, hier: Online-Magazin "Unternehmen heute".

[Zitat] "Wir haben mit dem Cannabisgesetz die Möglichkeit, dass Cannabissamen im Discounter verkauft werden können, neben ganz normalen Alltagsgegenständen", sagte Streeck den Sendern RTL und ntv und dem "Stern". Das sei rechtlich möglich, gut sei es aber nicht. Es vermittele den Eindruck, als ob es ganz normal wäre, Cannabis zu Hause anzubauen, und dadurch könnten auch Kinder und Jugendliche zu Cannabiskonsum kommen, "weil es einfach zu Hause steht und keiner hier den Konsum und den Anbau und die Ernte von Cannabis kontrolliert". [/Zitat]
Auch wenn Sie es in ihrer schon fast obsessiven Kontrollverlustangst nicht verstehen, Herr Streeck, seit Inkrafttreten des KCanG IST ES GANZ NORMAL, Cannabis zu Hause anzubauen!
Während also noch der BDB und seine Freunde in der Pharmaindustrie krampfhaft versuchen, die Privatrezepte für selbstzahlende Cannabispatienten vom Tisch zu fegen, baut der aufrechte, grunddeutsche Einzelhandel darauf, die Selfgrower mit Sonderangeboten an die Kassenbänder zu lotsen. 25% Nachlass auf zweckentfremdete Tiernahrung soll die Leute von den guten Breedern wegführen und ein bisschen was vom Bubatz-Bakschisch in die Taschen des "Wir lieben Lebensmittel" Konzerns wandern lassen. Mahlzeit!
Fun fact: Das "Märkische Medienhaus" framed nun die Cannabissamen als [Zitat] DROGENSAMEN [/Zitat], Okay, geht es noch eine Spur unterirdischer?
Frage: Wenn nun Cannabissamen = Drogensamen sind, können wir dann bitte Weintrauben als DROGENFRUCHTKÖRPER betiteln? Wegen Gleichbehandlung und so ...

Hihi, er hat "breiter" geschrieben ... Oh, und btw.: Ein Schnäppchen ist das weiß Gott nicht...
Grundsätzlich ist es ja als positive Entwicklung zu betrachten, dass Großkonzerne sich der ultrarechten Prohibitionsideologie entgegenstellen. Ja. Die Reprohibitionisten geraten dadurch zusehends in die Defensive. Sehr gut. Ein weiterer Schritt in Richtung Normalität. Außerdem: Eigenanbau rockt und macht unabhängig. Wir müssen halt nur noch diese bescheuerten Besitzobergrenzen loswerden.
Unser Redakteur, der selbst mit Saaten und Stecklingen handelt, konnte hoch im Norden bereits vor einem Jahr feststellen, dass die Polizei etwas lockerer wurde, doch das Verfahren gegen die Aktivistin der DHV-Ortsgruppe Halle um die unsäglichen Versuche einer Redefinition des Begriffs "Steckling" warfen die Freunde der gepflegten Heimgärtnerei wieder einige Schritte zurück. Aber daran wird gearbeitet. Unerschrockene Hanflinge klagen sich gerade durch den Paragrafendschungel.
Nun kommen, nachdem es noch im letzten Jahr in Baumärkten Hausdurchsuchungen wegen der Stecklinge gab und einem bayerischen Händler beinahe die gesamte Geschäfts- und Lebensgrundlage von Amts wegen zerstört wurde, die Konzerne aus den Löchern gekrochen, weil sie Umsatz wittern. Mitnehmen was geht mit möglichst geringem Risiko. Unternehmerische Abwägung halt.
Wir würden uns wünschen, dass ambitionierte Grower lieber in Fachgeschäften für Homegrow einkaufen, denn dort bekommen sie eine qualifizierte Beratung, was wohl an der Netto-Kasse oder an der Tanke eher nicht er Fall sein dürfte.
Nichts desto trotz setzt diese Entwicklung ein Zeichen. Ein gutes Zeichen. Hoffen wir, dass es so weiter geht.
Achso: Beim guten "Backwerk-Doktor" gibt es den allseits beliebten DROGENPUDDING (natürlich ohne Altersbeschränkung)
